Vereinsgeschichte


Der Musikverein Flehingen besteht mit seinen Vorläufern schon seit ca. 1855.

Inhaltsverzeichnis

  1. Erste Anfänge
  2. Gründungszeit
  3. Zeit des Aufbaus
  4. Bis heute

Erste Anfänge

1855

Die Anfänge des musikalischen Wirkens in Flehingen gehen bis Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Männer mit den Namen Banghard, Beierle und Steidle, die aus jener Zeit genannt werden, dürfen als Begründer der Flehinger Musiktradition gelten. Sie waren als Musiker nicht nur in Flehingen bekannt, sie spielten auch in den Nachbardörfern zum Tanz und anderen Anlässen auf. Ja es gab eine zeitlang sogar 2 Kapellen, die beide sehr gut, und zur damaligen Zeit die bekanntesten in der Gegend waren. Ihr Wirkungskreis erstreckte sich bis hinunter in die Hardt und weit hinüber ins Zabergäu. Die Musiker waren Meister auf Ihren Instrumenten und hatten mit Ihren meist selbst arrangierten Stücken überall großen Erfolg.

Gegen Ende des Jahrhunderts löste sich eine Kapelle wieder auf, bis dann der 1. Weltkrieg auch der zweiten Kapelle ein vorläufiges Ende machte.

1910

Auch im damaligen Landesjugendheim (damals Erziehungsanstalt) wurde die Musik gepflegt. Die dort im Jahre 1910 gegründete Blaskapelle erzielt mit durchschnittlich 30 Musikern unter der Leitung von Hauptlehrer Beck außergewöhnliche Erfolge Als sich ab 1933 die Erziehungsgrundsätze in der Anstalt änderten, wurde im Jahre 1936 schließlich auch diese Kapelle aufgelöst.

 

Gründungszeit

Mit der Gründung der Feuerwehrkapelle Flehingen im Jahre 1937 war der heutige Musikverein sozusagen aus der Taufe gehoben. Die Instrumente der aufgelösten Anstaltskapelle konnten weitgehend von der Flehinger Feuerwehr übernommen werden. Schließlich gründeten 31 junge Männer die Feuerwehrkapelle, welche sich bereits am 1. Mai 1938 unter ihrem ersten Dirigenten Herrn Otto Müller der Flehinger Öffentlichkeit vorstellte. Die Kapelle entwickelte sich gut und machte bemerkenswerte Fortschritte. Karl Lingenfelser war die treibende Kraft beim Aufbau dieser Kapelle und darf deshalb als Ihr Gründer genannt werden. Der zweite Weltkrieg brach die Aufwärtsentwicklung ab und zerstörte das Erreichte.

Zeit des Aufbaus 

Nach Kriegsende lebte die Musikertätigkeit dank der Bemühungen von Herrn Karl Lingenfelser wieder auf. Zurückgekehrte Musiker zeigten ebenfalls Engagement und stellten wieder eine Kapelle auf die Beine. Als Dachorganisation übernahm die Freiwillige Feuerwehr Flehingen die Kapelle. Ihr Kommandant Helmut Müller war ein großer Förderer der Musik und der Neubeginn war somit vielversprechend.  

1949

Hauptlehrer Hans Hütter übernahm die musikalische Leitung und Ewald Lingenfelser den Musikführerposten. Mit Auftritten bei Sommer- und Herbstfesten oder Faschingsveranstaltungen stellten sich die Musiker dem Flehinger Publikum vor. Weiter wirkte die Kapelle bei musikalischen Veranstaltungen der Nachbarkapellen, sowie bei Gemeindefeiern und kirchlichen Anlässen mit und gab gelegentlich auch Platzkonzerte.

1957

trat ein Wechsel in der Führung der Kapelle ein. Karl Bauer übernahm das Amt des Musikzugführers und Otto Steidle die musikalische Leitung.

1958

Die Vergrößerung der Kapelle machte die Anschaffung weiterer Instrumente unentbehrlich. Um die Mittel für diese Anschaffungen zu erhalten entschloss man sich 1958 ein Musikfest durchzuführen. Es war das erste Musikfest in der Gemeinde und wurde durch die Mitwirkung von 9 auswärtigen Kapellen ein großer ideeller und wirtschaftlicher Erfolg.

 

1966

Ab dem Jahre 1966/67 begann die Kapelle den Nachwuchs geschlossen in einer Schülerkapelle auszubilden. In den Jahren zuvor wurde diese Ausbildung fast ausschließlich vom Dirigenten Otto Steidle unentgeltlich in seiner Wohnung ausgeführt. Nun hatten sich nach einem Aufruf in der Presse über 40 Jungen und Mädchen entschlossen der Schülerkapelle beizutreten. Schon nach einem Jahr konnten Gesamtproben unter der Leitung von Ewald Lingenfelser und Heinz Schlehuber abgehalten werden. Diese Schülerkapelle entwickelte sich sehr gut und trat schon einige Zeit später mehrmals mit Erfolg in der Öffentlichkeit auf.

 

1967

Bedingt durch die Mitgliedschaft im Volksmusikerverband konnte die Kapelle das erstmalig veranstaltete Bezirksmusikfest zusammen mit dem 30-jährigen Jubiläum in einem großen Festzelt auf dem alten Sportplatz durchführen. Diese ehrenvolle Aufgabe war eine Herausforderung für alle Musiker und ihre Angehörigen. Mangels passiver Mitglieder war so manche Person in einer einmaligen Energieleistung ganze 3 Tage fast rund um die Uhr beschäftigt. Das Fest hinterlies einen nachhaltigen positiven Eindruck und gilt als Markstein in der Geschichte unseres Vereins.

 

Bis heute

1973

Dieses Jahr darf man als fast schon historisch in der Geschichte der Kapelle bezeichnen. Der langjährige Dirigent Otto Steidle gab die Stabführung an Ewald Lingenfelser ab, der dann die beiden Musikgruppen, Senioren und Junioren zu einem Klangkörper verband. In relativ kurzer Zeit konnte das erste Konzert vor ca. 500 Besuchern in der Schossgartenhalle abgehalten werden, bei welchem die 50 Musiker das Publikum auch mit modernen Stücken begeistern konnten. Diese Tradition der Herbstkonzerte und Unterhaltungsabende konnte bis heute aufrecht erhalten werden.

1977

Das 40-jährige Bestehen der Feuerwehrkapelle konnte 1977 im Rahmen eines Herbstkonzertes, verbunden mit entsprechenden Ehrungen, gefeiert werden.

1987

mit einem 3-tägigen, umfangreichen Festprogramm feiert der Verein sein 50-jähriges Jubiläum gebührend.

1989

der 26.10.89 war für die Flehinger Musikkapelle ein wichtiges Datum. In der Hauptversammlung wurde fast einstimmig beschlossen, nicht mehr „Feuerwehrkapelle“ sondern „Musikverein Flehingen e.V“. zu heißen. Planungen für diesen Wandel gab es schon lange, wurde die Kapelle schließlich seit Ende der 50er Jahre schon selbstständig geführt. Unabhängig davon waren gemeinsame Veranstaltungen mit der Feuerwehr, wie Kameradschaftsabende, Auftritte bei der Hauptübung der Wehr, Unterhaltungsmusik beim Feuerwehrfest sowie die Zusammenarbeit beim Straßenfest selbstverständlich. Die Befürworter eines selbstständigen Musikvereins bekamen den letztlich entscheidenden Auftrieb, als die Gemeinde eine schriftliche Ergänzung zum Feuerwehrgesetz zustellte. Der Gesetzgeber hatte beschlossen, dass ein Feuerwehrmusikzug nur dann geführt werden kann, wenn dessen Mitglieder auch sonst aktiven Feuerwehrdienst leisten. Dies war und ist bis heute nur in sehr geringen Umfang der Fall. Unabhängig davon ist ein sehr freundschaftliches Verhältnis mit der freiwilligen Feuerwehr Flehingen aufrechterhalten geblieben.

 

1990

Nach einem grandiosen Konzert vor über 500 Gästen übergab Ewald Lingenfelser den Taktstock an seinen Nachfolger Herbert Nies. Ewald Lingenfelser zeigte ein einzigartiges Engagement in unserem Verein: Er war 41 Jahre aktiv in der Vorstandschaft tätig, davon sage und schreibe 36 Jahre als 1. Vorsitzender. Er war das jüngste Gründungsmitglied, als die Feuerwehrkapelle im Jahre 1937 als Musikzug der freiwilligen Feuerwehr gegründet wurde.

Von 1973 bis1990 dirigierte er die Kapelle. Treffend dazu bekam er als Dank für diese Dienst eine Oberammergauer Holzschnitzerei, welchen einen Dirigenten darstellt. Gleichzeitig wurde er zum Ehrendirigenten ernannt.

 

1991

In der Generalversammlung am 26.04.1991 übernimmt Gerd Bitterich das Amt des 1. Vorsitzenden von Ewald Lingenfelser.

1996

Anstelle des sonst üblichen Jahreskonzerts gestaltet der MV Flehingen unter dem Motto "Mit Sang und Klang durch`s Alpenland" nach langen Jahren am 09.11.1996 mal wieder einen volkstümlichen Unterhaltungsabend, welcher einen überwältigenden Erfolg hat.

1997

Mit einem feierlichen Konzert beging der Musikverein Flehingen sein 60-jähriges Bestehen.

Nach dem grandiosen Erfolg1996 wurde auch im Jubiläumsjahr am 08.November nochmals ein Unterhaltungsabend in der Schlossgartenhale durchgeführt.  Unter dem Motto "Volkstümlicher Musikantentreff" war auch diese Veranstaltung ein voller Erfolg und blieb noch Jahre später allen Mitwirkenden und Gästen in angenehmer Erinnerung.

2000

Nach sehr erfolgreichen Jahren übergibt Herbert Nies den Dirigentenstab an seinen Nachfolger Frank Weiss.

In der Amtszeit von Herrn Nies gehörten insbesondere der volkstümliche Gesang, sowie die 2 Unterhaltungsabende im Jahre 1996  und 1997 zu den Highlights.

2006

Dirigent Frank Weiss beendet seine Tätigkeit . Er machte insbesondere durch sehr erfolgreiche und beliebte Jahreskonzerte auf sich aufmerksam. Aus insgesamt 5 eingegangenen Bewerbungen wurde schließlich Winfried Nies als Nachfolger ausgewählt. Mit Ihm fiel die Wahl auf einen außerordentlich erfahrenen Mann, welcher seit über 30 Jahren als Dirigent und Musiker aktiv ist. Seine Begeisterung und Erfahrung rund um die Blasmusik möchte er nun an uns weitergeben und mit uns erarbeiten.

2008

 

Nach 3 abwechslungsreichen Jahren beendet Winfried Nies Ende 2008 auf eigenen Wunsch seine Tätigkeit beim Musikverein Flehingen. Unter seiner Führung hat die Kapelle im April 2007 bei den 6. Karlsruher Blasmusiktagen das Prädikat „mit sehr gutem Erfolg“ erreicht. Der Verein dankt Herrn Nies für seine Leistung und seinen gezeigten Einsatz.

 

2009

 

Bis zu Findung eines neuen Dirigenten übernimmt Vizedirigent Martin Stief ab Januar 2009 den Dirigentenstab und die damit verbundene musikalische Verantwortung. Das Hauptaugenmerk seiner Arbeit bestand darin, die Kapelle auf ein zugesagtes Gastkonzert beim Spielmannszug in Zaberfeld vorzubereiten. Durch sein Engagement und den damit verbundenen sehr guten Probenbesuch wird das Konzert in Zaberfeld zu einem vielbeachteten Erfolg.

 

Aus 6 eingegangenen Bewerbungen wird Herr Thomas Maier mit der überwältigenden Zustimmung von 87 % der abgegebenen Stimmen zum neuen Dirigenten gewählt. Ab Mai 2009 übernimmt er die Kapelle. Der sehr gute Probenbesuch hält unvermindert an und die Musiker blicken mit Spannung auf das anstehende Jahreskonzert im November 2009, wo unser Dirigent neue Ideen und Konzepte umsetzt.

Vor vollbesetzter Halle wird erstmals ein rein bestuhltes Konzert durchgeführt. Die überwiegend positive Resonanz bestärkt den Verein, die richtige Entscheidung getroffen zu haben und an diesem Konzept auch weiterhin festzuhalten.

 

2010 bis heute

 

Auf eigenen Wunsch beendet Thomas Maier seine Dirigententätigkeit im Juli 2010. Seine Fachkompetenz und neue Lehrmethoden bleiben in angenehmer Erinnerung.

Bis zur Einstellung eines Nachfolgers übernimmt Vizedirigent Martin Stief den Taktstock.

Schließlich wird Martin Stief zu unserem Dirigenten gewählt und bereitete das Orchester intensiv auf das 75-jährige Vereinsjubiläum im Jahre 2012 vor. Neben einem Konzert am 18. März fand ein 3-Tagesfest im Sommer statt. In dieses Fest eingebunden war u.a. das Bezirksmusikfest, verbunden mit einem großen Festumzug sonntags unter Mitwirkung der örtlichen Vereine sowie Musikvereinen aus dem Bezirk Kraichgau-Bretten. 

 

Nach 2 erfolgreichen Jahren legt Martin Stief aus beruflichen Gründen sein Amt nieder, erklärt sich aber bereit weiterhin aktiv in der Kapelle als Bassist mitzuwirken.

 

Nachdem wir die Stelle des Dirigenten ausgeschrieben hatten, Vorgespräche führten und sich 4 Bewerber mit Probedirigaten vorstellten, haben wir uns für Simon Mink entschieden. Mit beachtlichen 92 % der abgegebenen Stimmen war die Entscheidung für Herrn Mink eindeutig!

Simon Mink wohnt in Karlsruhe und war bis zu dessen Auflösung im Jahr 2014 Musikfeldwebel beim Luftwaffenmusikkorps 2 in Karlsruhe.

Die Handschrift von Herrn Mink war bereits beim viel beachteten Herbstkonzert im Jahr 2013 unüberhörbar.

Die Zusammenarbeit mit Herrn Mink wurde im beidseitigem Einvernehmen zum 01.07.2014 beendet.

Das Dirigat wird bis auf weiteres von Manfred Dörner aus Flehingen übernommenwelcher sich bereit erklärte den Taktstock und damit die musikalische Verantwortung für eine Übergangszeit zu übernehmen, bis ein neuer Dirigent gefunden war. Dies mündete letztlich in einem sehr erfolgreichen Kirchenkonzert, gemeinsam mit dem katholischen Kirchenchor, das am 06.12.2014 in der St.-Martins Kirche durchgeführt wurde.

Im Dezember folgte auch die Ausschreibung der Dirigentenstelle, die sehr bald von Erfolg gekrönt war. Ende Februar konnte Arthur Relle aus Ketsch als neuer Leiter des Hauptorchesters gewonnen werden. Der Stimmungsaufschwung innerhalb der aktiven Musiker, der zunächst Manfred Dörner geschuldet war, hält unvermindert an. Es macht wieder Spaß Musik zu machen.